5. Juni 2026

Verlegung des 18. und 19. Stolperstein in Uetersen

5. Juni 2026

Verlegung des 18. und 19. Stolperstein in Uetersen

Heute wurden in Uetersen der 18. und 19. Stolperstein verlegt. Zwei Namen, zwei Schicksale, die uns mahnen, niemals zu vergessen.

Vor dem ehemaligen Wohnhaus im Großen Sand 17 (das heutige Pittis) erinnert nun ein Stolperstein an Heinrich Vierkandt. Er wuchs in Uetersen auf, arbeitete als Sattler und wurde 1939 in eine Heilanstalt eingewiesen. Am 9. Juli 1941 wurde er im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in Bernburg ermordet. Seiner Familie wurde später ein falsches Sterbedatum mitgeteilt – ein weiteres Beispiel für die systematische Täuschung der Angehörigen.

Ein zweiter Stolperstein wurde an der Lohe verlegt und erinnert an Fritz Ebeling. Er wurde 1940 geboren und starb im Alter von nur drei Jahren im Kinderkrankenhaus Hamburg-Rothenburgsort. Sein Schicksal zählt zu den dokumentierten Verbrechen an Kindern während der NS-Zeit.

Heinrich Vierkandt und Fritz Ebeling waren keine anonymen Namen in Geschichtsbüchern. Sie waren Menschen mit Familien, Hoffnungen und einem Platz in unserer Stadtgesellschaft.

Die Stolpersteine geben ihnen ihren Namen und ihre Würde zurück. Sie erinnern uns daran, Verantwortung zu übernehmen, für Menschlichkeit einzustehen und unsere Demokratie zu schützen. Erinnerungskultur ist kein Blick zurück – sie ist ein Auftrag für die Gegenwart und die Zukunft.

Baris Karabacak

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